Praxisbeispiel

Nachfolgend finden Sie exemplarisch ein Beispiel zur praktischen Umsetzung des Programms zum Thema "Mundmotorik im Kindergarten":

 

Kerstin Raschdorf über ihre Arbeit als Sprachfachkraft:

Es macht mir viel Freude, Impulse in den einzelnen Gruppen zu setzen und meine Kolleginnen in ihrer Arbeit,sowie die Eltern in der Erziehung, zu unter-stützen.

 

Ich möchte in meiner Funktion als Sprachfachkraft erreichen, dass die Kinder lernen, sich gut auszu-drücken und dadurch in ihrem weiteren Leben gut zurechtkommen, da ich die Sprache – sei es verbal oder nonverbal – für essenziell wichtig halte: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist.

 

Dies alles versuche ich durch ein gutes Vorbild-verhalten zu bewirken, sei es für die Kinder, ihre Eltern, aber auch für die Kolleginnen. Das gelingt mir, weil ich ein positives Verhältnis zu allen habe und meine Anregungen deshalb gut angenommen werden können.

 

„Kunterbunt rund um den Mund“

Durchführung mit den Kindern

Mundmotorik ist sehr wichtig für ein gutes und vor allem deutliches Sprechen und erfordert eine gute Wahrnehmung im Mund und eine gute Koordination der Sprechwerkzeuge.

 

Als Sprachfachkraft habe ich in dieser Zeit zahlreiche lustige und abwechslungsreiche Aktionen durchgeführt, um mit den Kindern ihren Mund zu trainieren und Freude am Umgang mit der Sprache zu wecken. Wichtig war mir vor allem, die Integration in den Alltag: Ansaugübung mit Papierschnipseln z.B. zu Ostern, um Ostereier zu bekleben. Verschiedene Zungen-geschichten, Verse und Reime rund um den Mund für den Morgenkreis. Ansaugspiele mit Strohhalmen, Pustebilder mit Wasserfarben oder mit bunten Seifenblasen als Freispielangebote. Gummischlangen-Wettessen, Gummibärchen-Waschanlage, Kaugummi-gymnastik, Wattepusten, Seifenblasen-Blubbern, und, und, und …. als Highlights für zwischendurch.

 

„Das Motivierende an dem Projekt war, dass die Kinder schnell Erfolgserlebnisse hatten.“

 

Durchführung im Team

Zur Vorbereitung wurden alle Kolleginnen im Team über das Projekt „Kunterbunt im Mund“ informiert. Bei einer gemeinsamen Teamsitzung haben wir uns über Zusammenhänge der Mundmotorik mit Fein- und Grobmotorik unterhalten, warum Mundmotorik so wichtig ist und wie diese gut gefördert werden kann.

 

Anschließend haben wir selber ein paar Übungen ausprobiert und hatten viel Spaß dabei, unsere eigene Mundmotorik zu stärken.

 

Außerdem habe ich als Sprachfachkraft einen Ordner für das Team erstellt, in dem Informationen zum theoretischen Hintergrund zu finden sind und vor allem sehr viele Spielideen für den Alltag.

 

Durchführung mit den  Eltern

Die Eltern wurden zu Beginn des Projektes in einem Brief darüber informiert, was sich in den nächsten Wochen im Kindergarten zum Thema Mundmotorik abspielen sollte.

Ich habe einen Elternabend mit der Logopädin Frau Wachsmann organisiert, die den Anwesenden Genaueres über die Zusammenhänge der Mundmotorik und der Sprache erzählt hat. Anschließend wurden gemeinsam verschiedene Übungen ausprobiert – das war sehr lustig und alle hatten viel Spaß.

 

Außerdem bekamen die Eltern Informationen mit nach Hause, was z.B. das Essen mit Sprachentwicklung zu tun hat und ein paar kurze Spiele, um die Mundmotorik der Kinder spielerisch zu fördern.

Zur Dokumentation stellte ich für die Eltern einen digitalen Bilderrahmen im Eingangsbereich auf, Hier waren aktuelle Fotos zu unserem Projekt zu sehen. So wurden unsere lustigen Mundmotorik-Spielchen zum Sprachanlass in der Abholzeit.

 

Reflexion

Ein spannendes und lustiges Projekt für alle. Bei einigen Kindern konnten wir deutliche Fortschritte u.a. bei ihrer Zungenbeweglichkeit feststellen.